Unterstützung der Eltern

Ein ganzes Dorf . Welche Unterstützung benötigen Eltern? Professionelle Hilfe. Psychosoziale Angebote. Internetberatung und Informationen übers Internet. Therapie bei seelischer und körperlicher Krankheit. Kurse; Eltern unterstützen sich gegenseitig. Ausserfamiliäre Betreuung von Kindern. Literatur. Elternbriefe Pro Juventute. Familie und Migration. Finanzen.

Ein ganzes Dorf …
«Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen», besagt ein Sprichwort aus Afrika. Es ist für Eltern ein Ding der Unmöglichkeit, die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Kinder alleine zu tragen. Kinder und ihre Eltern brauchen eine Umgebung, die sich prinzipiell verantwortlich fühlt, die Gesellschaft kinderfreundlich zu gestalten und die sich einsetzt, wenn die Familie in Not kommt. Eltern brauchen jemanden, der mit ihnen die Freude am Kind teilt und ihnen hilft, Schwierigkeiten zu verstehen und zu meistern. Familien benötigen Unterstützung in der Betreuung der Kinder, in der Schulbildung oder in Form von ärztlicher Versorgung. Menschen sind von ihrer Anlage her «cooperate breeders» wie bestimmte Affenarten – sie ziehen ihre Kinder gemeinsam auf. Darauf bauen unsere sozialen und kulturellen Gesellschaftsstrukturen. Die relativ frühe Entwöhnung des Menschenkindes von der Muttermilch (im Vergleich zum Beispiel zu Menschenaffen) macht es möglich, dass das kleine Kind schon bald (einige Monate nach der Geburt) ohne Not durch verschiedene Personen betreut werden kann. 

Welche Unterstützung benötigen Eltern?
Elternsein ist eine anspruchsvolle und sensible Angelegenheit. Eltern müssen für ihre Kinder die Verantwortung übernehmen und befinden sich in intensivster Beziehung zu ihnen – Erziehung ist Beziehungsarbeit! Eltern stellen sich ihren Kindern auf verschiedenen Ebenen zur Verfügung: Sie sind erste Bezugspersonen, Liebesobjekte, Modelle für kindliches Verhalten und wichtige Reibungsfläche, wenn es darum geht, Grenzen auszuloten. Starke Gefühle, Hoffnungen, Ängste, Lebensvorstellungen und Wünsche prägen die Elternschaft. Deshalb ist Unterstützung für Eltern sowohl wichtig als auch heikel. Gut gemeinte Kommentare kommen oft als Kritik am elterlichen Verhalten daher und werden nicht als hilfreich erlebt. Steht eine Mutter mit ihrem schreienden Kind an der Bushaltestelle, erzeugt es Gefühle des Versagens und der Abwehr bei der Mutter, wenn die Umstehenden bemerken, dass das Kind wohl kalt habe oder hungrig sei. Verständnisvolle Worte, wohlwollende Blicke, Lächeln oder konkrete Hilfsangebote kommen da besser an. Auch direkte Kontakte mit dem Kind stellen eine Unterstützung für Eltern dar, wenn sie im respektvollen Einverständnis mit den Eltern geschehen. Insgesamt benötigen Eltern eine Umgebung, die sich gegenüber ihrer Situation und gegenüber dem Kind aufmerksam, feinfühlig und wohlwollend verhält.

Professionelle Hilfe
In der Schweiz existiert eine grosse Palette von Angeboten, die für Eltern, Familien und Kinder Unterstützung anbieten. Die Kantone unterscheiden sich jedoch in den Angeboten und man muss manchmal als Eltern selbst etwas auf die Suche gehen, um die geeignete Unterstützung im Dschungel der Angebote zu finden. Einige Unterstützungsformen sind in der ganzen Schweiz zu finden. 

Psychosoziale Angebote
In jedem grösseren Ort existieren Beratungsangebote von Fachpersonen, die Mütter und Väter von Kindern unterschiedlichen Alters unterstützen – zum Beispiel bei Fragen zur Erziehung oder zur körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung des Kindes. Für Eltern von kleinen Kindern gibt es in den meisten Gemeinden die Angebote der Mütter- und Väterberatung. Im Schulalter decken schulpsychologische Dienste und Schulsozialarbeiter/-innen die Beratung der Familien ab. In grösseren Gemeinden sind vielfach auch Familien- und Erziehungsberatungsstellen zu finden. Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste (KJPD) bieten bei psychischen und körperlichen Problemen wertvolle Beratung und Therapie an. Die sozialpädagogische Familienberatung ermöglicht es, dass Fachpersonen eine Familie zu Hause besuchen und beraten. 

→ www.muetterberatung.ch (Mütter- und Väterberatung) 
→ www.spf-fachverband.ch (Fachverband Schweiz Sozialpädagogische Familienbegleitung)

Internetberatung und Informationen übers Internet
Wenn man mit seinem Kind alleine zuhause ist und konkrete Fragen hat oder wenn nur wenig freie Zeit zur Verfügung steht, kann die Online-Beratung für Eltern im Internet wertvoll werden. Familienzeitschriften führen zudem im Internet teilweise gut ausgebaute Serviceteile mit wichtigen Informationen. 

→ www.erziehungs-beratung.ch 
→ www.elternplanet.ch 
→ www.familienleben.ch 
→ www.fritz-und-fraenzi.ch 

Therapie bei seelischer und körperlicher Krankheit
Sind Kinder ernsthaft krank, brauchen auch die Eltern eine spezielle Unterstützung. Sie wollen genau verstehen, was ihr Kind hat, welche Behandlungen es gibt und wie sie ihr Kind unterstützen können. Einigen Müttern und Vätern hilft es, sich in Selbsthilfegruppen mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen. Um seelisch kranke Kinder und ihre Familien kümmern sich spezielle Fachpersonen (Kinder- und Jugendpsychotherapeuten). 

→ www.sgkjpp.ch (→ Öffentlichkeit → Ärzteverzeichnis) Schweizerische Fachstelle für Kinderund 
Jugend-psychiatrie und -Psychotherapie, bei Therapeutensuche 
→ www.kindundspital.ch 
www.selbsthilfeschweiz.ch
www.elternmitwirkung.ch ( diverse Organisationen für Eltern mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen)

Kurse
Elternbildung stärkt und fördert die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz und in ihrer Beziehung zum Kind. Es gibt Veranstaltungen und Kurse für alle Formen von Familien und zu den verschiedensten Themen. Zum Beispiel sind dies Angebote für alleinerziehende Eltern, für Eltern aus verschiedenen Kulturen, für Eltern, die gerade erst Eltern wurden, für Eltern mit Jugendlichen etc. 

→ www.elternbildung.ch (→ Informationen → Elternkurse) 
z.B. für den Kanton Zürich → www.lotse.zh.ch 

Eltern unterstützen sich gegenseitig
Für Eltern sehr wertvoll ist die gegenseitige Unterstützung und der gemeinsame Austausch mit anderen Eltern. Dies wird beispielsweise in Quartierzentren gefördert. Es existieren offizielle und auch private Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung, beispielsweise wenn es um das Kochen von Mittagessen oder um die Begleitung beim Kindergartenweg geht. Tagesfamilien bieten im privaten Rahmen gegen ein Entgelt regelmässige Betreuung von Kindern an. 

→ www.quartierverein.ch  
→ www.schule-elternhaus.ch 
→ www.tagesfamilien.ch 

Ausserfamiliäre Betreuung von Kindern
Als professionelle Strukturen im Bereich der Kinderbetreuung gibt es in der ganzen Schweiz ein recht gut ausgebautes Netz an Kindertagesstätten. Diese müssen kantonal anerkannt sein, haben aber zumeist private Träger. Spielgruppen für Kleinkinder ergänzen das Angebot der ausserfamiliären Betreuung von Kleinkindern. Für Schulkinder gibt es an gewissen Orten die Möglichkeit, das Mittagessen in Kindertagesstätten oder Quartier- und Jugendzentren einzunehmen. Dort kann oft auch gleich der Nachmittag mit Gleichaltrigen verbracht und die Hausaufgaben erledigt werden. Einige Kantone führen Tagesschulen. 

→ www.kitas.ch (Verband Kindertagesstätten der Schweiz) 
→ www.edudoc.ch (Tagesschulen in der Schweiz) 

Literatur Es gibt viele Bücher, Elternratgeber oder Zeitschriften, die als Unterstützung für Eltern gedacht sind. Verschiedene Kinder- und Jugendorganisationen geben zudem aktuelle und anschaulich informative Broschüren zu bestimmten Themen heraus. Manchmal schiesst die Unterstützung in Elternratgebern auch am Ziel vorbei. Dies ist besonders dann der Fall, wenn eine spezielle Pädagogik verfochten wird, die es den Eltern schwer macht, feinfühlig und individuell auf ihre Kinder einzugehen. 

Umfassende Medienempfehlungen unter → www.elternbildung.ch(→ Unterlagen) 
Broschüren zu bestimmten Themen bei → www.unicef.ch oder → www.kinderschutz.ch 

Elternbriefe Pro Juventute
Eine spezielle Dienstleistung für Eltern in der Schweiz sind die Elternbriefe der Pro Juventute. In handlichen Broschüren werden Eltern regelmässig über die aktuelle Entwicklung ihres Kindes und die Anforderungen dabei informiert. Viele Kantone haben eine gewisse Anzahl Briefe für ortsansässige Eltern mit kleinen Kindern abonniert. Ansonsten kann man die Briefe auch selbst abonnieren. 

→ www.projuventute.ch 

Elternbriefe Pro Juventute
Eine spezielle Dienstleistung für Eltern in der Schweiz sind die Elternbriefe der Pro Juventute. In handlichen Broschüren werden Eltern regelmässig über die aktuelle Entwicklung ihres Kindes und die Anforderungen dabei informiert. Viele Kantone haben eine gewisse Anzahl Briefe für ortsansässige Eltern mit kleinen Kindern abonniert. Ansonsten kann man die Briefe auch selbst abonnieren. 

→ www.projuventute.ch 

Familien und Migration
Im Lauf des Integrationsprozesses sehen sich Migrationsfamilien vielfältigen Hürden gegenüber und beschäftigen sich mit speziellen Fragen. Dazu sind sie auf spezifische Unterstützung angewiesen. Die Kantone, Gemeinden und private Verbände führen verschiedenste Beratungsangebote für Migrationsfamilien. Die kantonalen Ämter für Migration können über die bestehenden Angebote informieren. Beim Bundesamt für Migration können rechtliche Informationen eingeholt werden. 

→ www.bfm.admin.ch 

Finanzen
Nicht zuletzt kann die drückende Leere des Portemonnaies einer Familie den grössten Unterstützungsbedarf erfordern. Es gibt verschiedene finanzielle Hilfen für Familien, manche sind für alle Familien gedacht, wie das über den Lohn ausbezahlte Kindergeld oder steuerliche Abzüge, manche Unterstützung kann bei knappen finanziellen Verhältnissen beantragt werden, wie etwa Sozialbeiträge für die Krankenkassenversicherung. Um zu klären, in welchen Bereichen finanzielle Unterstützung möglich ist, können Budgetberatungen in Anspruch genommen werden. Diese erreicht man über die Sozialdienste der Kantone oder auch über private und kirchliche Träger. 

→ www.budgetberatung.ch (→ Familienfinanzen) 
→ www.profamilia.ch (→ Familie)